Teleskop

Es gibt einen Moment, man hat eben den Blick abgewandt,

in dem man vergißt, wo man ist,

weil man, scheint es, von jeher

anderswo gelebt hat, in der Stille des nächtlichen Himmels.

 

Man ist nicht länger hier in der Welt.

Man befindet sich an einem anderen Ort,

einem Ort, an dem menschliches Leben keine Bedeutung hat.

 

Man ist kein Geschöpf in einem Körper.

Man existiert, wie die Sterne existieren,

nimmt teil an ihrer Stille, ihrer Unendlichkeit.

 

Dann steht man wieder in der Welt.

Nachts, auf einem Hügel,

zerlegt man das Teleskop.

 

Später merkt man,

das nicht das Bild falsch ist,

falsch ist der Bezug.

 

Erneut sieht man, wie weit entfernt

jedes Ding von jedem anderen ist.

 

                                               Louise Glück

 

 

Evita Brenner-Jasper

Praxis für Körpersprache, Physiotherapie, Psycho-Kinesiologie & Gesprächstherapie

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